Gewalt in der Geburtshilfe sichtbar machen

Bolivien

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Gewalt in der Geburtshilfe sichtbar machen

Das Projekt setzt sich in Bolivien dafür ein, Gewalt in der Geburtshilfe sichtbar zu machen und die Rechte von Frauen rund um Schwangerschaft und Geburt zu stärken. Dazu sensibilisiert OVO (Observatorio de Violencia Obstétrica) Bolivia angehende Gesundheitsfachpersonen, fördert den gesellschaftlichen Dialog und setzt sich für einen Gesetzesentwurf ein, der die Rechte von Frauen während Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett besser schützen soll.

Gewalt in der Geburtshilfe ist in Bolivien ein strukturelles Problem. Für die landesweite Studie  «Recuperar el Parto» befragten OVO Bolivia und Ciudadanía 1200 Frauen ab 16 Jahren aus dem ganzen Land, die mindestens einmal schwanger waren. Rund sechs von zehn berichteten, in der geburtshilflichen Betreuung körperliche, psychische oder sexuelle Gewalt erlebt zu haben.

Solche Erfahrungen werden nicht immer als Gewalt oder als Verletzung von Rechten erkannt. Zugleich kommt in der Ausbildung von Gesundheitsfachpersonen noch zu wenig zur Sprache, wie Gewalt verhindert und Frauen respektvoll begleitet werden können.

Das Projekt setzt deshalb auf mehreren Ebenen an. In Workshops beschäftigen sich Studierende verschiedener Gesundheitsberufe mit Gewalt in der Geburtshilfe und mit einer respektvollen Betreuung. Sie lernen, problematische Praktiken zu erkennen, bestehende Vorgehensweisen kritisch zu hinterfragen und die Rechte und Entscheidungen von Frauen zu achten.

Zudem schafft das Projekt Räume, in denen Frauen- und Müttergruppen, feministische Kollektive, Fachorganisationen für sexuelle und reproduktive Rechte sowie staatliche Stellen Erfahrungen und Perspektiven austauschen und über Wege zu einer respektvolleren Geburtshilfe diskutieren.

Vorführungen des Dokumentarfilms «Parir» mit anschliessenden Gesprächen sowie eine Informationskampagne in den sozialen Medien machen das Thema einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich und informieren Frauen über ihre Rechte.

Auf politischer Ebene arbeitet OVO gezielt daran, eine breite Unterstützung für den Gesetzesentwurf aufzubauen. Die Organisation sucht das Gespräch mit Abgeordneten und staatlichen Stellen, knüpft Bündnisse mit Frauenrechtsorganisationen und weiteren Partnern und mobilisiert Unterstützer:innen, die sich öffentlich und im Parlament für das Anliegen einsetzen. Ziel ist, die weitere Behandlung des Gesetzesentwurfs voranzubringen.

Schülerinnen und Schüler der Primar- und Sekundarstufe identifizieren in Selbstdiagnose-Workshops die Probleme, mit denen sie in ihrem Alltag konfrontiert sind und erarbeiten Vorschläge zu deren Überwindung. Im Anschluss tragen sie diese durch künstlerische und soziokulturelle Darbietungen an die Öffentlichkeit.

Projektziel

Das Projekt trägt dazu bei, dass Gewalt in der Geburtshilfe besser erkannt wird, Frauen ihre Rechte während Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett kennen und angehende Gesundheitsfachpersonen bestehende Praktiken kritisch hinterfragen. Der Gesetzesentwurf für eine respektvolle und interkulturelle Geburt soll breitere gesellschaftliche und politische Unterstützung erhalten. Langfristig trägt das Projekt dazu bei, die Rechte und die Selbstbestimmung von Frauen im bolivianischen Gesundheitssystem besser zu schützen.

ProjektnameOVO – Geburt ohne Gewalt
Partnerorganisation:OVO (Observatório de Violência Obstétrica) Bolivia
Projektbeteiligte:Studierende verschiedener Gesundheitsberufe, Frauen- und Müttergruppen, feministische Kollektive, Fachorganisationen für sexuelle und reproduktive Rechte, staatliche Stellen sowie politische Entscheidungsträger:innen
Land:Bolivien – La Paz, El Alto und Santa Cruz
Laufzeit:Mai 2026 – April 2027

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