Kinshasa hat in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten einen rasanten Bevölkerungswachstum erfahren. Aktuell wohnen rund 16 Millionen Menschen in der Hauptstadt der DR Kongo. Sie ist ein Zufluchtsort für intern Vertriebene und Menschen aus allen Landesregionen auf der Suche nach besseren Arbeitsmöglichkeiten. Die Grundversorgung und Bildungsangebote sind jedoch gerade in den marginalisierten Stadtteilen, wo sich viele von ihnen niederlassen, nur spärlich vorhanden. Kingabwa, der Standort dieses Projektes, ist einer dieser benachteiligten Stadtteile.
Die Methodistenkirche bietet im Stadtteil Kingabwa Alphabetisierungskurse sowie niederschwellige Berufsbildungsangebote für junge Menschen und Frauen an, um ihnen zu ermöglichen, ein eigenes Einkommen zu erzielen und so zum Lebensunterhalt ihrer Familien beizutragen. Zudem werden Jugendliche durch Fussballtraining von der Strasse geholt und dadurch von der Bandenkriminalität ferngehalten.
Viele junge Menschen im Stadtteil Kingabwa geraten aufgrund fehlender Perspektiven in riskante Lebenssituationen, die häufig mit Prostitution, Gewalt und Kriminalität verbunden sind. Besonders gefährdet sind junge Frauen, die nicht selten alleinerziehend sind und dadurch über wenig Zeit und Ressourcen für die Einkommensgenerierung verfügen. Da berufliche Qualifizierungsangebote fast ausschliesslich im Stadtzentrum verfügbar sind, bleiben die Bewohner:innen von Kingabwa weitgehend ausgeschlossen, was ihre soziale und wirtschaftliche Marginalisierung weiter verstärkt. Gemäss Zahlen der UNO können im landesweiten Schnitt ein Drittel der über 15-Jährigen weder lesen noch schreiben. Dieser Prozentsatz ist in benachteiligten Regionen und unter Frauen entsprechend höher. Lese- und Schreibkompetenzen sind Grundvoraussetzungen für ein selbstbestimmtes und unabhängiges Leben.
Aus diesem Grund setzt das Projekt einen Schwerpunkt auf die Förderung von Lese- und Schreibkompetenzen. Darüber hinaus bietet die Methodistenkirche niederschwellige, non-formale Berufsbildungskurse an, in denen junge Menschen und Frauen praxisnahes Wissen erwerben, das sie unmittelbar zur Einkommenssicherung einsetzen können. So werden seit 2023 Kurse in Lese- und Schreibkompetenzen, Schneiderei, Coiffure, Informatik sowie die Ausbildung zur Autofahrlehrperson angeboten. Parallel zu den Kursen werden die Jugendlichen dazu animiert, an einem regelmässig stattfindenden Fussballtraining teilzunehmen. Die Jugendlichen erhalten dadurch Angebote für eine sinnvolle Freizeitgestaltung fern von Drogen und Bandenkriminalität.
Dieses Projekt wird von der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit DEZA, Eidgenössisches Department für auswärtige Angelegenheiten EDA, durch einen Programmbeitrag mitfinanziert.
| Projektname | Förderung von Jugendlichen und Frauen im Randbezirk Kingabwa | |
|---|---|---|
| Projeknummer | 33100 | |
| Partnerorganisation: | Eglise Méthodiste Unie – Congo Central | |
| Projektbeteiligte: | jährlich 68 Kursteilnehmende (Alphabetisierung und versch. Kurse), 22 Jugendliche im Fussballtraining | |
| Land: | Demokratische Republik Kongo | |
| Region: | Kinshasa | |
| Budget: | CHF 10‘000 | ja |
| Laufzeit: | Seit 2023 |