Edelweiss-Socken, Impulse für die Jugendarbeit und 400 Fotos

Am Schweizertreffen 2026 (STR) der Jungscharen waren auch neun internationale Gäste dabei. In ihrer Gastjungschar haben sie abgewaschen und mit den Kindern gespielt, einen Gewittersturm erlebt und Impulse aus ihrer Jugendarbeit eingebracht. Was nehmen sie mit?

 

Die neun Gäste kamen aus Connexio-Partnerländern und der europäischen Methodistenkirche. Sie alle tragen in ihren Herkunftsländern Verantwortung in der Kinder-, Teenie- oder Jugendarbeit. Nach dem STR verbrachten sie drei Tage in Interlaken und schauten zusammen auf diese intensive Zeit zurück.

Singen nach dem Gewittersturm

«Die Kinder hatten ein spanisches Lied in ihrem Singbuch. Der Text ist zwar völliger Nonsens, aber sie haben es extra für uns gesungen. Das sagt eigentlich alles. Sie zeigten uns immer wieder, dass wir willkommen sind», fasst Jazmín Fernandez Vallerotto aus Argentinien ihre Erfahrungen mit der Gastjungschar Kyburg zusammen. Ihrer Kollegin Michelle Bravo wird besonders in Erinnerung bleiben, wie sie mit den Kindern nach dem Gewitter herumgehüpft sind und gesungen haben. «Das hat die Spannung gelöst und war so gut!»

Englische Feedbackrunden und Mate Tee

Die abendlichen Feedbackrunden im Leiterteam wurden auf Englisch umgestellt; so brachten sich die Argentinierinnen mit ein. Natürlich haben die beiden das Trinken von Mate Tee eingeführt. Sie haben auch Routineaufgaben übernommen, damit das Team mal ausruhen konnte. Neu war für sie, dass altersdurchmischte Gruppen mit jüngeren Kindern und Teenagern gut funktionieren können. Diesen Impuls und Anregungen zu Planung und Leiterschaft nehmen sie mit. Aus der Distanz ist ihnen zudem neu bewusst geworden, dass Lobpreis und das Sorgen füreinander grosse Stärken der Jugendlichen in Argentinien sind.

Die Erfahrungen vom Schweizertreffen der Jungscharen werden Jazmín Fernandez Vallerotto nach Argentinien begleiten.
Die Erfahrungen vom Schweizertreffen der Jungscharen werden Jazmín Fernandez Vallerotto nach Argentinien begleiten.
Khmer-Lieder mit Schnuri und Wärchi

«Wir haben den Kindern ein Lied in Khmer beigebracht», erzählt Daniel Sok aus Kambodscha. «Das haben sie oft gesungen, wenn sie unterwegs waren. Das war besonders schön für mich.» Seine Kollegin Rebecca Chhoeung und er haben rasch guten Kontakt mit den Kindern gefunden. Daniel Sok hat häufig mitangepackt und wurde von der Jungschar Eiger Wärchi genannt. «Und ich heisse Schnuri», meint Rebecca Chhoeung, «weil ich so viel mit den Kindern gesprochen habe.» Sie habe den Kindern Khmer-Wörter beigebracht und dafür gelernt, «Fläschä» und «Glassä» zu sagen. Beide sind von ihrer Jungschar spontan für den Sonntag nach Thun eingeladen worden.

Mut machen zur Freiheit

Die beiden Jugendleitenden aus Kambodscha möchten gerne eine Jungschar aufbauen. Rebecca Chhoeung überlegt sich bereits, dass sie auf einem Campingplatz zelten könnten. Sie empfand es als besonderes Geschenk, als Delegierte am STR teilzunehmen. «In Kambodscha haben junge Frauen viel weniger Freiheiten als junge Männer oder als die jungen Frauen hier.» Ihre Eltern hätten Vorbehalte gehabt, dass sie hierherkomme. Sie aber habe im STR viel Freiheit erlebt. «Ich möchte meinen Freundinnen und den jungen Frauen in meiner Jugendgruppe sagen: wagt Freiheit, seid mutig.»

Eigene Stärken eingebracht

Das internationale Team hat sich am STR vielfältig eingebracht. In einem Workshop für die Leitungsteams der Jungscharen haben sie Impulse aus ihrer eigenen Arbeit weitergegeben. Sie haben zudem Andachten gestaltet, Spiele organisiert und im Lageralltag mitangepackt. «Eigentlich haben wir uns nur schon mit unserem Da sein eingebracht», findet Eszter Harmann aus Ungarn. Mounish Mesa aus England teilte eigene Glaubenserfahrungen, was als ermutigend empfunden worden sei. Er hat auch spannende Diskussionen geführt und sich trotz manchmal unterschiedlicher Sichtweisen zugehörig gefühlt.

In Beziehung sein

Einige Gäste haben ein bisschen Zeit gebraucht, um im STR anzukommen, das Schweizerdeutsch blieb herausfordernd und etwas mehr freie Zeit hätten die meisten geschätzt. Doch alle betonen, dass die Beziehungen und Freundschaften, die sie hier aufbauen konnten, ein Highlight sind. Sie sind allen sehr dankbar, die ihnen diese Erfahrung ermöglichten. «Beziehungen und Gemeinschaft sind zentral- egal wie klein oder gross die Gruppe ist», findet Ben Rose aus England. Karyanne Dypedahl und Marie Hølland aus Norwegen genossen es, immer draussen zu sein und beim Hiken Beziehungen aufzubauen.

Die Methodistenkirche in Argentinien sei sehr klein, sagt Jazmín Fernandez Vallerotto. Die internationale Verbundenheit habe sie gestärkt und sie werde diese Erfahrung mitnehmen. Zusammen mit über 400 Fotos. «Und irgendwo im Koffer wird sich noch ein kleines Plätzchen für meine neuen, eng zusammengerollten Edelweisssocken finden.»

«Wagt Freiheit, seid mutig.»

Diesen Satz nimmt Rebecca aus Kambodscha mit nach Hause. Genau solche Sätze entstehen, wenn Menschen aus aller Welt aufeinandertreffen – beim Abwaschen, beim Singen oder bei einem Workshop. Mit Ihrer Spende ermöglichen Sie diese wertvollen Begegnungen und geben uns die Kraft, dort zu investieren, wo der Bedarf am grössten ist. Werden Sie Teil dieser weltweiten Bewegung!

 

Connexio hope, Zürich, Connexio hope, Zürich, CH09 0900 0000 1574 7657 4, Vermerk  «Wo am nötigsten»
Oder klicken Sie auf den Button, um aus verschiedenen Spendenmöglichkeiten wählen zu können.
Nicole Gutknecht
Begegnungen & Kommunikation
Beitragsbild: Fanden das STR eine super Erfahrung: Rebecca Chhoeung, Jazmín Fernandez Vallerotto, Mounish Mesa, Eszter Harman, Karyanne Dypedahl, Marie Hølland, Michelle Bravo, Ben Rose und Daniel Sok (v.l.)
Suche